Wissenschaft & Lehre

Meine wissenschaftliche Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Journalistik und Medienwissenschaft, internationalen Beziehungen sowie Digital Education und EdTech. Diese Felder verbindet für mich die Frage, wie Wissen und Wirklichkeit vermittelt werden – durch Journalismus und internationale Berichterstattung ebenso wie durch Bildungssysteme, digitale Lernplattformen und zunehmend Künstliche Intelligenz. Dabei ist mir die Verbindung von Theorie und Praxis wichtig. Wissenschaft kann nicht nur beschreiben und erklären, sondern helfen, reale Strukturen, Prozesse und Wirkungen besser zu verstehen und zum Wohle der Allgemeinheit zu verändern.

Digital Education & EdTech

Ein wachsender Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Bereich Digital Education und Educational Technology. Regelmäßig bin ich als Speaker und Keynote Speaker auf internationalen Fachkonferenzen unterwegs. In Keynotes, Fachvorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen beschäftige ich mich insbesondere mit Artificial Intelligence in Education, digitalen Lehr- und Lernkonzepten und großskaligen Capacity-Building-Programmen. Ein Schwerpunkt ist die Frage, wie digitale Bildungsinfrastrukturen und KI-gestützte Lernsysteme Tausende Lernende und Lehrende institutions- und länderübergreifend erreichen können – bei gleichzeitiger Sicherung von Qualität, Skalierbarkeit und nachhaltiger institutioneller Verankerung. Dabei verbinde ich wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Erfahrung aus internationalen Bildungsprojekten, insbesondere in afrikanischen Hochschul- und Gesundheitssystemen.

Journalistik, Medien & internationale Beziehungen

Mein zweiter Schwerpunkt ist die Auslands-, Krisen- und Kriegsberichterstattung. Wie werden internationale Nachrichten ausgewählt? Wie entstehen Verzerrungen und Stereotype? Welchen Einfluss haben PR, politische Kommunikation und Propaganda? Unter welchen Bedingungen arbeiten Auslandskorrespondenten? Und welche Voraussetzungen braucht unabhängige journalistische Recherche? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich in Forschung und Lehre qualitativ, quantitativ und theoriegeleitet. Dazu gehören Arbeiten zur medialen Darstellung Afrikas, zu Strukturen der Auslandsberichterstattung, Krisen- und Kriegsjournalismus sowie historische Untersuchungen zum Einfluss von Nachrichtendiensten auf die Berichterstattung während des Kalten Krieges. Zunehmend interessiert mich, wie digitale Plattformen, strategische Kommunikation, Desinformation und KI diese Strukturen verändern.

Internationale Lehre

Seit 2023 lehre ich als Adjunct Professor für „Media in International Relations“ an der National University Sudan. Der Krieg hat die Bedingungen dieser akademischen Arbeit fundamental verändert. Zu erleben, mit welcher Energie Universitätsleitung, Lehrende und Studierende ihre akademische Arbeit unter extrem schwierigen Bedingungen aufrechterhalten, gehört zu den eindrücklichsten Erfahrungen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Gerade hier werden zentrale Fragen meiner Forschung unmittelbar: Wie entstehen internationale Bilder eines Krieges? Welche Stimmen erreichen die Öffentlichkeit – und welche nicht? Wie wirken Propaganda, Interessen und journalistische Routinen?

Meine Studenten im Seminar „Medien in internationalen Beziehungen“ an der National University in Port Sudan, im Kriegsjahr 2024. (c) Lutz Mükke

Meine Studierenden im Seminar „Media in International Relations“ an der National University in Port Sudan im Kriegsjahr 2024. © Lutz Mükke

Wissenschaftsmanagement & internationale Kooperation

Als Wissenschaftlicher Direktor begleitete ich zwischen 2014 und 2016 die Transformation und Internationalisierung des Leipziger Instituts für Praktische Journalismusforschung (IPJ) zum Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJC). Dabei entstanden unter anderem Kooperationen mit der Universität Gent und der University of Westminster in London sowie drei Dissertationsprojekte zu Medienrecht, zur Governance öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten und zu internationalen journalistischen Recherchenetzwerken. Heute verbinden sich diese verschiedenen Arbeitsfelder für mich immer stärker: Journalismus und Bildung sind zentrale Systeme gesellschaftlicher Wissensvermittlung – und beide werden durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz grundlegend verändert.

EUROPÄISCHES ZENTRUM FÜR JOURNALISMUS- UND KOMMUNIKATIONSFORSCHUNG (EIJC)

Während meiner Zeit als Wissenschaftlicher Direktor zwischen 2014 und 2016 transformierte und internationalisierte ich das Leipziger Institut für Journalismusforschung e.V. (IPJ) zum Europäischen Zentrum für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJC) und etablierte u.a. Kooperationsprojekte für international vergleichende Forschungen mit der Universität Ghent und der Universität Westminster in London, in deren Zuge drei Disserationsprojekte an den Start gingen. 2018 und 2019 wurden die ersten beiden – im Bereich Medienrecht und investigativen Journalismus – erfolgreich abgeschlossen. An der Disserationen zur Arbeit von Aufsichtsratsgremien in europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten laufen die Forschungen noch.